Ein durchsuchbares Lexikon wichtiger Begriffe aus Wildbiologie, Jagdpraxis und Brauchtum.
Anblick
Wild sehen
Wer Wild sieht, hat Anblick. Der Begriff wird oft verwendet, wenn man von einer Jagd oder Beobachtung berichtet.
Anschuss
Stelle, an der das Wild beschossen wurde
Am Anschuss sucht man nach Zeichen wie Schweiß, Schnitthaar oder Knochensplittern. Er ist besonders wichtig für die Nachsuche.
Ansitz
Jagd vom festen Platz aus
Beim Ansitz wartet die Jägerin oder der Jäger ruhig an einem geeigneten Platz, etwa auf einem Hochsitz oder an einer Kanzel.
Ansprechen
Wild sicher bestimmen
Vor jedem Schuss muss Wild sorgfältig angesprochen werden: Wildart, Alter, Geschlecht, Zustand und jagdliche Freigabe müssen stimmen.
Aufbrechen
Versorgen des erlegten Wildes
Beim Aufbrechen werden die inneren Organe entnommen. Das ist wichtig für Hygiene, Wildbretqualität und Untersuchung.
Bache
Weibliches Schwarzwild
Die Bache ist das weibliche Stück Schwarzwild. Führende Bachen sind aus Gründen des Tierschutzes besonders zu beachten.
Blume
Schwanz von Hase und Kaninchen
Der kurze Schwanz von Hase und Kaninchen wird Blume genannt.
Bruch
Gebrochener Zweig mit Bedeutung
Ein Bruch ist ein abgebrochener grüner Zweig, der als Zeichen, Ehrung oder Schmuck verwendet wird.
Decke
Fell oder Haarkleid
Als Decke bezeichnet man das Fell vieler Haarwildarten, besonders beim Schalenwild.
Drückjagd
Form der Gesellschaftsjagd
Bei der Drückjagd wird Wild langsam und kontrolliert durch Treiber und Hunde in Bewegung gebracht.
Frischling
Junges Schwarzwild
Frischlinge sind die Jungtiere des Schwarzwildes. Sehr junge Frischlinge sind deutlich gestreift.
Fährte
Spur von Schalenwild
Die Spur von Schalenwild nennt man Fährte. Sie kann Hinweise auf Wildart, Richtung und Verhalten geben.
Gebrech
Maul des Schwarzwildes
Beim Schwarzwild bezeichnet Gebrech den Bereich des Maules. Dort sitzen auch die Waffen, also die Hauer und Gewehre des Keilers.
Gehörn
Kopfschmuck des Rehbocks
Beim Rehbock spricht man traditionell vom Gehörn. Bei Hirscharten ist dagegen meist vom Geweih die Rede.
Geläuf
Laufspur bestimmter Wildarten
Geläuf bezeichnet Spuren von kleineren Wildarten, zum Beispiel von Hase oder Federwild.
Geweih
Kopfschmuck der Hirsche
Das Geweih wird jährlich abgeworfen und neu gebildet. Man findet es bei Rot-, Dam- und Sikawild.
Halali
Jagdhornsignal und Abschluss
Halali ist ein bekanntes Jagdhornsignal und gehört zum jagdlichen Brauchtum am Ende einer Jagd.
Hundeführer
Jäger mit ausgebildetem Jagdhund
Hundeführer arbeiten mit Jagdhunden, zum Beispiel bei Drückjagden, beim Stöbern oder bei Nachsuchen.
Keiler
Männliches Schwarzwild
Ein Keiler ist ein männliches Stück Schwarzwild. Starke Keiler tragen deutlich sichtbare Hauer.
Lauscher
Ohren
Die Ohren des Wildes heißen Lauscher. Der Begriff weist darauf hin, wie wichtig das Hören für Wildtiere ist.
Letzter Bissen
Ehrenbruch für erlegtes Wild
Der letzte Bissen wird dem erlegten Stück als Zeichen der Achtung gegeben.
Lichter
Augen
Die Augen des Wildes werden in der Jägersprache Lichter genannt.
Losung
Kot des Wildes
Losung kann Hinweise geben, welche Wildart in einem Gebiet vorkommt und wie frisch die Anwesenheit ist.
Läufe
Beine
Die Beine des Wildes werden Läufe genannt. Bei Federwild spricht man dagegen von Ständern.
Malbaum
Baum, an dem sich Wild reibt
Besonders Schwarzwild reibt sich nach dem Suhlen an Malbäumen. Daran bleiben Schlamm, Haare und Geruch zurück.
Nachsuche
Suche nach beschossenem Wild
Die Nachsuche dient dazu, beschossenes Wild zu finden. Sie ist ein wichtiger Teil waidgerechter Jagdausübung und des Tierschutzes.
Pirsch
Leises Heranpirschen
Bei der Pirsch bewegt sich die Jägerin oder der Jäger langsam, aufmerksam und möglichst geräuscharm durch das Revier.
Rehwild
Rehe als Wildart
Beim Rehwild heißt das männliche Stück Bock, das weibliche Stück Ricke oder Geiß, das Jungtier Kitz.
Revier
Jagdgebiet
Das Revier ist das Gebiet, in dem die Jagdausübung stattfindet und Verantwortung für Wild und Lebensraum übernommen wird.
Rotte
Gruppe von Schwarzwild
Mehrere Wildschweine zusammen nennt man Rotte. Häufig besteht sie aus Bachen, Frischlingen und Überläufern.
Rudel
Gruppe von Rot- oder Damwild
Bei Rotwild und Damwild spricht man von einem Rudel. Bei Rehwild ist eher der Begriff Sprung üblich.
Schalen
Klauen des Schalenwildes
Schalen sind die Klauen von Reh-, Rot-, Dam-, Muffel- und Schwarzwild. Daher stammt auch der Begriff Schalenwild.
Schnitthaar
Abgeschnittene Haare am Anschuss
Schnitthaar entsteht durch den Geschossdurchgang und kann Hinweise auf Sitz und Wirkung des Schusses geben.
Schwarte
Fell des Schwarzwildes
Beim Schwarzwild spricht man nicht von Decke, sondern von Schwarte.
Schwarzwild
Wildschweine
Männliches Schwarzwild heißt Keiler, weibliches Schwarzwild Bache. Jungtiere heißen Frischlinge, junge Stücke im zweiten Lebensjahr Überläufer.
Schweiß
Blut des Wildes
Blut wird in der Jägersprache Schweiß genannt. Schweiß am Anschuss kann wichtige Hinweise für die Nachsuche geben.
Schützenbruch
Bruch für den Erleger
Der Schützenbruch wird dem erfolgreichen Erleger überreicht und traditionell am Hut getragen.
Spiegel
Heller Fleck am Hinterteil
Der helle Bereich am Hinterteil von Reh-, Rot- oder Damwild wird Spiegel genannt. Er hilft auch beim Ansprechen.
Sprung
Gruppe von Rehwild
Mehrere Rehe, besonders im Winter, werden als Sprung bezeichnet.
Strecke
Erlegtes Wild eines Jagdtages
Als Strecke bezeichnet man das erlegte Wild. Beim Streckelegen wird es geordnet ausgelegt und jagdlich geehrt.
Stück
Ein einzelnes Wildtier
Ein einzelnes Wildtier wird häufig als Stück bezeichnet, zum Beispiel ein Stück Rehwild oder ein Stück Schwarzwild.
Suhle
Schlammstelle zum Wälzen
Schwarzwild nutzt Suhlen zur Körperpflege und Abkühlung. Suhlen sind wichtige Hinweise auf Schwarzwildvorkommen.
Treiber
Person, die Wild in Bewegung bringt
Treiber unterstützen Gesellschaftsjagden, indem sie bestimmte Bereiche langsam durchgehen und Wild in Bewegung bringen.
Waidgerecht
Verantwortungsvoll und nach jagdlichen Regeln
Waidgerecht beschreibt eine Jagdausübung, die Wissen, Verantwortung, Tierschutz, Sicherheit und Respekt vor dem Wild verbindet.
Waidmannsdank
Antwort auf Waidmannsheil
Waidmannsdank ist die traditionelle Antwort auf den Glückwunsch Waidmannsheil.
Waidmannsheil
Jagdlicher Gruß und Glückwunsch
Waidmannsheil wird als Gruß, Wunsch für guten Jagderfolg oder als Glückwunsch nach erfolgreicher Jagd verwendet.
Wedel
Schwanz bei bestimmten Wildarten
Der Schwanz wird je nach Wildart unterschiedlich bezeichnet. Beim Fuchs und bei Hunden spricht man häufig vom Wedel.
Wildbret
Fleisch von Wild
Das Fleisch von erlegtem Wild heißt Wildbret. Es ist ein hochwertiges Lebensmittel aus der Region.
Äser
Maul des Haarwildes
Beim Schalenwild und vielen Haarwildarten wird das Maul als Äser bezeichnet. Beim Schwarzwild spricht man häufig vom Gebrech.
Überläufer
Junges Schwarzwild im zweiten Lebensjahr
Überläufer sind junge Stücke Schwarzwild nach dem Frischlingsalter.
Kein Begriff entspricht der Suche.
Jagdliche Brüche
Zeichen, Baumarten und ihre Verwendung.
Jagdhornblasen
Signale und musikalisch gelebtes Brauchtum im Verband.